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Biologie - Suchtprävention

. Veröffentlicht in Biologie

Suchtpräventionstag 2015 - Gespräche mit Suchtbetroffenen

Auch am diesjährigen Suchtpräventionstag am Hilde wurden Suchtbetroffene und Experten eingeladen, um mit Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen über die Problematik „Sucht“ zu sprechen. Diplompsychologe und Psychotherapeuth Thomas Welter von der Suchtklinik Hirtenstein sowie Marius Fromme von der Kemptener Polizei informierten zunächst die Schüler der 9. Klassen im Theatersaal über Suchtmittel, Suchtentstehung und Folgen von Sucht. Herr Fromme klärte zunächst über gesetzliche Regelungen und die Wirkung von illegalen Drogen auf. Hierbei ging er besonders auf momentane „Trends“ in der Drogenszene ein. Sogenannte „Legal Highs“ sind neue Substanzgemische, die noch keinen gesetzlichen Verboten unterliegen, jedoch äußerst gesundheitsschädigend sein können.

Herr Welter und zwei Kollegen der Suchtklinik Hirtenstein diskutierten danach Hintergründe und Fakten zum Thema „Sucht“ mit den Schülern. Hierbei wurde auch der aktuelle Alkoholkonsum von Jugendlichen in Deutschland beleuchtet. Demnach konsumieren etwa 40% aller 18-25 Jährigen regelmäßig Alkohol (mindestens einmal pro Woche). Erschreckend ist vor allem die Zunahme des „Rausch- oder Komatrinkens“ bei Jugendlichen zwischen 12-17 Jahren. Positiv ist jedoch, dass viele Jugendliche zwischen 12-15 dagegen gänzlich auf Alkohol verzichten. Zudem wurde von den Psychologen die Entstehung von Suchterkrankungen und Möglichkeiten der Suchttherapie thematisiert. In der Suchtklinik Hirtenstein werden neben Alkoholabhängigen auch Spiel- und Drogensüchtige jeglicher Art therapiert. Insgesamt waren sechs Betroffene bereit, mit den Schülern der 9. Klassen über ihre Erfahrungen und Suchtprobleme zu sprechen. Pro Klasse gab es im Laufe des Vormittgas eine Diskussionsrunde mit je einem Alkohol- und einem Glücksspielabhängigen. Die Patienten berichteten von ihren Negativerfahrungen und vom schleichenden Weg in die Abhängigkeit.

„Die Sucht bestimmt irgendwann den gesamten Tagesablauf, unabhängig davon, ob man will oder nicht! Sie wird nicht nur zum eigenen Problem, sondern auch zum Problem für Familie und Freunde!“

Während des Gesprächs wurden viele interessante Fragen seitens der Schülerinnen und Schüler gestellt und diskutiert. Neben der entstehenden Betroffenheit über die Lebenswege der Abhängigen, schienen die Schüler sichtlich beeindruckt vom Mut dieser Menschen, so offen über ihre Probleme zu sprechen. Auch einige Patienten waren überrascht und begeistert von der Aufmerksamkeit und Wissbegierde vieler Schülerinnen und Schüler während der Gesprächsrunde.

Demnach war es am Ende für beide Seiten eine sehr lohnenswerte und gewinnbringende Veranstaltung. Vielen herzlichen Dank für das Engagement von Herrn Welter, Herrn Fromme und allen Betroffenen, denen wir nur das Beste für Ihren Weg aus der Sucht wünschen.