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Antike Mythen in München

Geschrieben von Fachschaft Latein. Veröffentlicht in Latein - Neuigkeiten

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Am 19.07.2017, dem heißesten Tag des Schuljahres, machten sich 22 Lateinerinnen und Lateiner der Q11 mit ihren Lehrerinnen Frau Uhl und Frau Brack auf den Weg nach München, um die Verarbeitung antiker Mythen in der Kunst kennenzulernen. Am Vormittag begegneten wir in der Glyptothek am Königsplatz kunstvollen Plastiken der Griechen und Römer.

Asklepios mit seiner Natter, Poseidon mit dem Dreizack, eine Athene ohne Augen, dafür mit Medusa-Medaillon und Lorbeerblättern, dem noch kleinen Dionysos, dem "Zweimalgeborenen" und späteren Gott des Weines, und einer nackten Aphrodite, die sich auf ihr nach Rosen duftendes Bad freut. Angesichts der hohen Außentemperaturen hätte ein erfrischendes Bad auch uns beglückt, dennoch setzten wir unseren kleinen Bildungsmarathon nach einer ausgiebigen Mittagspause tapfer in der Kühle der Alten Pinakothek fort. Dort trafen wir auf Gemälden des 17. Jahrhunderts (Poussin, Reni, Rubens) den inzwischen erwachsenen Dionysos/Bacchus mit Silenus, seinem Lehrer, wieder, der dem naiv bittenden König Midas einen verhängnisvollen Wunsch erfüllt. Die sich in einen Baum verwandelnde Nymphe Daphne, auf der Flucht vor dem verliebten Apoll, erinnerte uns an unsere Lektüre von Ovids Metamorphosen. Vielleicht war Apoll angesichts seiner unerfüllten Liebe zu Daphne so erzürnt, dass er auf dem folgenden Gemälde von Reni dem verzweifelten Satyr Marsyas bei lebendigem Leibe die Haut abzog, nachdem er ihn in einem unfairen musikalischen Wettstreit besiegt hatte. Der "Trunkene Silen" von Rubens warnte uns zum Ende unseres Rundgangs vor den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums. Im selben Raum entdeckten wir noch Rubens´ berühmte und oft abgedruckte Darstellung von Senecas Tod im Original.

So traten wir um viele mythologische und kunsthistorische Erkenntnisse und Eindrücke reicher am späten Nachmittag die Rückreise an und hatten schon fast vergessen, dass wir durch unsere Abwesenheit das äußerst seltene Ereignis von „Hitzefrei!" verpasst hatten - wenn uns nicht der Ausfall der Klimaanlage im überfüllten Zug nach Kempten wieder daran erinnert hätte. Die antiken Mythen waren es wert!

S. Brack