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¡Vamos! - Ein Bericht über die Studienfahrt Barcelona 2015 von Marina Amann

Geschrieben von Fachschaft Spanisch. Veröffentlicht in Spanisch - Neuigkeiten

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Strahlende Sonne, glitzerndes Meer, weißer Sandstrand, eine wunderschöne Stadt, freundliche Leute und leckeres Essen. Klingt nach einer perfekten Reise? Genau diese hatten wir, 27 Schüler und Schülerinnen der Q11, im Rahmen der Studienfahrt vom 05.-10.07.2015 mit Herrn Beucker und Frau Götz.

Unsere Reise begann am Sonntag, dem 05.07. am Schallerparkplatz. Nach einer kurzen Verabschiedung von den Eltern stiegen wir alle voller Vorfreude in den Bus, welcher uns nach Stuttgart an den Flughafen brachte. Dort angekommen ging es nach einer langen Wartezeit, ein paar überteuerten Snacks in Flughafenrestaurants und einer umfangreichen Securitykontrolle weiter in den Germanwings-Flieger. Die Zeit verging (wie) im Flug (!) und nach knapp eineinhalb Stunden konnten wir die prächtige Stadt unter uns sehen und begeistert erste Luftaufnahmen von Barcelona schießen. Nach der Landung ging es schnell weiter; mit dem Vorortzug, der U-Bahn und schließlich aus dem U-Bahnschacht über eine Vielzahl von Treppen endlich ins Freie. Als uns die barcelonesische Luft in die Nase strömte, war die anstrengende Anreise sofort vergessen und schnell machte sich Begeisterung breit. Unter etlichen „Oh, schau da mal!“, „Wow, guck mal dort!“-Rufen legten wir die letzten paar Meter zum „Hostal Fernando“ zurück. Dort angekommen erhielt jeder einen Zimmerschlüssel und wir begannen, unsere Zimmer (4er-, 5er- bzw. 7er-Zimmer für die Jungs) zu beziehen. Nach einer erfrischenden Dusche und Freude über das vorhandene freie Wlan sowie die Klimaanlagen trafen wir uns wieder und schlenderten zu einem typisch spanischen Restaurant, wo wir gemeinsam unseren ersten Abend bei verschiedenen Paellas und Sangría (lediglich für die Lehrer versteht sich) verbrachten.

Am nächsten Morgen stärkten wir uns mit einem Frühstücksbuffet im Hostal. Danach teilten wir uns auf – ein Teil der Gruppe ging einkaufen, da wir die folgenden Abende selbst kochen wollten, der andere Teil putzte die im Hostal vorhandene Küche und machte sich mit den Kochutensilien vertraut. Zudem wurde nach preiswerten und guten Bäckereien Ausschau gehalten, da wir jeweils in 4er-Teams jeden Morgen für die Gruppe „Bocadillos“ (= Baguettes belegt mit Salat, etwas Gemüse und wahlweise Schinken, Käse oder Salami) zubereiteten. Mittags starteten wir die spannende Stadtrallye. Obwohl es auf die Frage „Welche Palmenart steht in dieser Straße?“ für Antworten wie „Große Palmen, kleine Palmen, dicke Palmen, dünne Palmen (…)“ leider keinen Kreativitätsbonus gab, schnitten alle Kleingruppen bei der Rallye gut ab und verdienten sich, neben neu erworbenem Wissen über die Stadt und unglaublich schönen Bildern von der ca. 60m hohen Kolumbus-Statue aus, leckere Süßigkeiten. Abends war das erste Kochteam an der Reihe und bereitete einen leckeren Salat zu, welchen wir uns in zwei Schichten aufgeteilt schmecken ließen.

Das Programm für den Dienstag lautete „Gaudí-Tag“. Wir besichtigten mehrere Bauten des bedeutenden Architekten und begannen mit dem „Palau Güell“, einem prachtvollen Palast, von außen unauffällig in die Häuserfassade eingebettet, welcher seit 1984 zu dem UNESCO-Weltkulturerbe gezählt wird. Nach der interessanten Führung liefen wir unter Wasserschlachten und dem ständigen Besorgen von neuen Wasserflaschen zur „Sagrada Familia“, einer römisch-katholischen Basilika, die bis heute unvollendet ist und voraussichtlich (bis) 2026 fertiggestellt werden soll. Neugierig darauf, was sich innerhalb des von außen gewaltig wirkenden Gebäudes befindet, folgten wir der Führung erst durch das Museum im vorderen Teil der Basilika bis ins Innere und schossen hier begeistert Fotos. Der Innenraum war fast noch faszinierender als die Außenfassade, da die riesigen Buntglasfenster Licht in verschiedenen Farben ins Innere werfen, welches, wie wir von unserer Führerin erfahren durften, im Osten, wo die Sonne aufgeht, kalte blau-grüne Töne und im Westen warme gelb-rote enthält. Anschließend fuhren wir mit dem Stadtbus zu dem „Parque Güell“, einem wunderschönen weitläufigen Park, von welchem aus man einen tollen Blick über die Stadt bis ans Meer hat. Diese Gelegenheit musste abermals genutzt werden, um Bilder zu machen. Auch unsere neu erworbenen Selfiesticks, wie auch die Fächer, kamen hier zu Genüge zum Einsatz. Gegen Abend fuhren wir mit der Metro zurück ins Hostal und während das Kochteam leckere Nudeln mit Tomatensoße sowie Putenfilets zubereitete, nutzten die anderen die Zeit, um die Stadt bzw. die Geschäfte weiter zu erkunden, den Strand aufzusuchen oder eine Ruhepause im Hostal einzulegen. Nach dem Abendessen hatten wir abermals Freizeit, lagen jedoch alle erschöpft aber zufrieden vor 24:00Uhr in unseren Betten und freuten uns auf den nächsten Tag.

 Parque Güell 525x700 Sagrada Familia 525x700

La Pedrera 700x525

Am Mittwoch gingen wir direkt nach dem Frühstück in die Stadt und besichtigten die Kathedrale, in deren Inneren sich nicht nur ein wunderschöner Innenhof mit vielen Pflanzen und Palmen sondern zu unserer Belustigung auch einige Gänse befanden. Danach kam einer der Höhepunkte der Reise – der Besuch des Schokoladenmuseums. Bei der Führung erfuhren wir viel über die ausgestellten Kunstwerke wie beispielsweise einen 1,20m großen Drachen aus Schokolade, als auch über die Herstellung und Herkunft der Schokolade. Nach dieser Führung und einer kleinen Mittagspause hantierten wir schließlich selbst mit flüssiger Schokolade, indem wir diese in Förmchen füllten oder auf einem Blatt versuchten, kleine Kunstwerke zu erschaffen. Danach durften wir flüssige Schokolade naschen! Diesem Angebot kamen wir alle gerne nach. Anschließend wurden in dem Shop des Schokoladenmuseums noch Souvenirs für Familie und Freunde gekauft, im Nachhinein betrachtet eine schlechte Idee - in Anbetracht der 36 Grad. Das absolute Highlight dieser Woche folgte – der Besuch am Strand. Nach einem längeren Fußmarsch erreichten wir diesen und unter Ausspruch eines absoluten Bade- und Alkoholverbotes seitens der Lehrer wurden wir in Kleingruppen für den restlichen Nachmittag uns selbst überlassen. Obwohl wir kurz am Überlegen waren, den zwielichtigen Strandverkäufern ihren „SSSANGRRRIA“ abzukaufen und eine Runde schwimmen zu gehen, blieben wir alle ganz brav und erfreuten uns am warmen Sandstrand, der Sonne und dem dunkelblauen Meer. Nach dem Erkunden der Strandgegend, einer Shoppingtour und Snacks in kleinen Bars begaben sich einige, worunter auch ich war, zu dem freiwilligen Programmpunkt dieses Abends – ein Besuch in dem Jazzclub „JazzSí“. Dort angekommen suchten wir uns mit einem Bier bewaffnet Sitzplätze und verbrachten einen lustigen und interessanten Abend. Mehr zu dem Club und vielleicht auch zu diesem Abend werdet ihr in meinem Artikel unseres Reiseführers Barcelona finden – kleiner Tipp: Das dürft ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen… ;-)

La playa 700x525 Parc de la Ciutadella 700x525

Gruppenbild Parc de la Ciutadella 700x525

 Gegen 23:00Uhr – eine durchaus nicht untypische Uhrzeit für ein Abendessen in Spanien - suchten wir ein Restaurant auf, in welchem wir uns Tapas und Paella schmecken ließen und anschließend gingen wir alle erschöpft schlafen.

Und dann brach auch schon unser letzter kompletter Tag in der Metropole an, den wir zuerst im „Museu Nacional d’Art de Catalunya“, ein Museum der modernen Kunst mit einer atemberaubenden Dachterrasse verbrachten. Nachdem sich jeder von uns in den verschiedenen Teilbereichen des spannenden Museums umgeschaut hatte, trafen wir uns auf eben dieser und hatten zum mittlerweile dritten Mal eine tolle Aussicht auf ganz Barcelona. Anschließend liefen wir zu dem „Museu Olímpic i de l‘Esport“, dem Sportmuseum, wobei wir auf dem Weg auch das Olympiastadion kurz bewundern konnten. Nach dem zweiten Museumsbesuch gaben uns Herr Beucker und Frau Götz zu unserer riesigen Freude für den Rest des Tages frei und wir verbrachten den Nachmittag unterschiedlich. Aber ob Shoppen, Besichtigungen, Baden am Strand, Eis essen, Pizza essen oder Sonnen – von jedem wurde der letzte Nachmittag nochmal richtig genutzt und Barcelona voll und ganz ausgekostet.

Abends trafen wir uns alle wieder im Hostal und fuhren dann zum krönenden Abschluss unseres letzten Abends: Einem atemberaubenden Wasser- und Lichtspiel in dem Brunnen vor dem „Museu Nacional“, der „Fuente mágica“. Erstaunt über die vielen Menschen, die das Schauspiel ebenso mit verfolgten, genossen wir die letzten Stunden in dieser vielfältigen Stadt, aus der wir überhaupt nicht mehr weg wollten.

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Jedoch hat auch die schönste Reise leider irgendwann ein Ende und nachdem wir noch ein paar Stunden geschlafen, unsere Koffer gepackt und ein letztes Mal die Klimaanlage betätigt hatten, hieß es Aufbruch nach Kempten. Um ca. halb 6 verließen wir unser Hostal und fuhren im Halbschlaf mit U-Bahn und Vorortzug an den Flughafen. Dort angekommen stiegen wir nach der Gepäckaufgabe in unser Flugzeug, welches mit Verspätung startete, da ein Koffer aus Versehen geladen worden war, der eigentlich nach Köln geschickt werden sollte. Gegen Mittag landeten wir in Stuttgart und stiegen leicht fröstelnd aufgrund der nun ungewohnten 28 Grad in den Bus, welcher uns wieder sicher an den Schallerparkplatz zurückbrachte. Dort verabschiedeten wir uns schnell von allen und waren nun doch wieder froh, unsere Familienmitglieder in die Arme schließen zu können.

Die Studienfahrt war eine tolle Erfahrung, wir haben uns nicht nur untereinander besser kennengelernt, sondern hatten auch die Chance, ein anderes Land, eine andere Kultur, eine andere Sprache und eine andere Seite an uns selbst zu entdecken. Wir haben gelernt, dass Sonnencreme und Sonnenhut vielleicht wirklich so wichtig sind wie Mama immer sagt und man die Klimaanlage nicht unbedingt auf 17 Grad stellen sollte. Doch vor allem wurde uns klar, was Zusammenhalt bedeutet und wie prägend Reisen sind. Ich glaube, ich spreche im Namen von allen Teilnehmern, wenn ich sage, dass uns diese Studienfahrt immer in Erinnerung bleiben wird und es eine schöne Woche war, die schneller vorüberging als wir es uns hätten vorstellen können.

Also, wer noch nie dort war – Barcelona ist auf jeden Fall eine Reise wert! Und wer die 11te Klasse noch vor sich hat – die Studienfahrt Barcelona ist es auch! :-)

Für mehr Informationen, persönliche Tipps oder Packlisten lohnt es sich, mal in unseren Reiseführer reinzuschauen, den das P-Seminar bis November fertigstellen wird. So wird die Reise garantiert ein voller Erfolg!