Le Bourgeois gentilhomme

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"Machen alle Adeligen das?" - "Aber ja doch!" - "Gut, dann will ich es auch tun." Natürlich will Monsieur Jourdain das auch tun, denn der reiche, aber einfältige Geschäftsmann möchte mit allem, was dazu gehört, ein "Edelmann" werden.

So beginnt das Theaterstück "Le Bourgeois gentilhomme" von Molière, einem französischen Schriftsteller aus dem 17. Jahrhundert, welches wir, die Schülerinnen und Schüler der Französischkurse der Q11 und Q12 am 16.10.2019 am Vöhlin-Gymnasium in Memmingen besucht haben. Und trotz vieler Verständnisprobleme haben zum Schluss alle die Handlung verstanden und mussten schließlich auch über die Witze lachen.20191016 111256 Denn Jourdain stellt sich bei seinen Lernversuchen in der Musik, im Tanz, im Fechten und in der Philosophie rechlich dumm an. Und trotzdem wird ihm immer wieder gesagt, wie gut er seine Sache mache. Nur seine Ehefrau durchschaut die Geldgier der Lehrer ihres Mannes. Sie ist es auch, die die von ihrem Mann gewünschte Hochzeit ihrer Tochter Lucile mit einem "gentilhomme" verhindert. Aber nicht zu seine Tochter will er durch Heirat zur "Marquise" machen, auch er selbst hat ein Auge auf solch eine Dame hohen Standes geworfen. Natürlich hat auch diese es nur auf sein Geld abgesehen. Richtig verliebt sind jedoch Lucile und ihr Liebhaber Cléonte, welche letztendlich durch eine List heiraten können, indem Cléonte sich als Sohn eines hochadeligen Türken ausgibt. Da kann der angehende Edelmann Jourdain natürlich nicht nein sagen.20191016 114154

Gespielt wurde das Stück von einer kleinen französischen Theatergruppe, der französischen Abteilung der "American Drama Group" (ADG-Europe). Dadurch wurde für uns in zweierlei Hinsicht die Verständlichkeit erschwert: Erstens durch die schnelle Aussprache und zweitens durch die Übernahme mehrerer Rollen durch ein und den/die selbe(n) Schauspieler(in), weshalb wir vor allem am Ende der Handlung teilweise nur noch schwer folgen konnten.

Pia Adam, Q11

A l´heure où les réseaux sociaux et notre rapport au monde nous invitent à nous réfugier dans la culture du paraître, il est bon de se rappeler qu´à d´autres époques déjá, l´individu a souhaité s´investir dans une démarche de progression sociale en fabriquant son image, parfois éloignée de son individualité... (ADG Europe)

 ... und so haben wir später im Französisch-Kurs festgestellt, dass viele von uns auch gerade heute kleine "Bourgeois gentilhommes" sind, die sich in sozialen Netzwerken oder anderswo ein Image basteln, das manchmal weit entfernt ist von unserem wahren Ich... (S. Brack)

 

 

 

 

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