Stadtexkursion nach München

Städtewachstum, Gentrifizierung, Flächenumnutzung und – sanierung

Gruppenfoto Homepage


München, mit ca. 2,9 Mio. Einwohnern ist sie die Hauptstadt Bayerns und für die Kemptner als beliebte Shoppingmetropole bekannt. Aber nicht nur die vielen Einkaufsmöglichkeiten machen München so interessant. München wächst wirtschaftlich immer weiter. Durch dieses Wachstum kommen natürlich auch Veränderungen auf, welche sich der Geographie-Kurs der Q12 mit Frau Glaser näher betrachten wollte und daher am 20.12.18 eine Exkursion nach München startete.

Am Münchner Hauptbahnhof angekommen, machte sich die Gruppe zuerst auf zum Karlsplatz, auch Stachus genannt.
Danach ging es über den Marienplatz zum Viktualienmarkt, dem historischen Zentrum der Stadt. Hier wurde Mitte des 12. Jahrhunderts München als Handels- und Marktort gegründet.
Daraufhin besuchten wir ein Stück der ehemaligen Münchener Stadtmauer am Isartor. Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Mauer wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts aufgehoben, als sich die Bebauung Münchens durch zunehmende Zuwanderung ausdehnte.
Das Eisenbahnnetz in München sorgte zusammen mit dem Bevölkerungswachstum im 19. und 20. Jahrhundert weiterhin für eine klare Ausdehnung der Stadtfläche und eine zunehmende Suburbanisierung.
Auch für die Exkursionsgruppe ging es nun aus dem engeren Innenstadtbereich heraus. Zwar führte der Weg nicht wirklich in die suburbanisierten Vorstadtsiedlungen, die vom Zugfenster aus ab Kaufering betrachtet werden konnten, aber Richtung Rosenheimer Platz und hier durch das ehemalige Arbeiterwohnviertel Haidhausen, das in den letzten Jahren durch Gentrifizierung und Sanierung geprägt worden ist. Kleine, ehemalige Arbeiterwohnhäuser treffen hier auf schicke, sanierte Altbauwohnungen. Folge: Die Mietpreise explodieren.
Am Kriechbaumhof in der Preysingstraße konnte eine ehemalige Arbeiterherberge des 18. Jahrhunderts betrachtet werden.  Solche Herbergen wurden für neu zugezogene Arbeiter errichtet, die zwar eine Wohnung, aber keinen eigenen Grund erwerben durften.
Das erinnert ein bisschen auch an die heutige Wohnsituation in München, denn die Stadt erfährt seit Jahrzehnten einen immensen Zuzug, ob Unternehmen, Arbeitnehmer oder Studenten.  Im Vergleich zu anderen Städten in Deutschland hat München eine sehr hohe Einwohnerdichte. Ungenutzte Flächen sind daher in München, aber auch in anderen Städten heiß begehrt.
Eine solche, ehemals ungenutzte und sogar zentrumsnahe Fläche stellte den letzten Exkursionsstandort dar, das Werksviertel am Ostbahnhof. Ab 1949 produzierte Pfanni hier Knödel und Kartoffelbrei. Dabei konnte das Unternehmen durch steigende Nachfrage expandieren und entschied sich 1996, u.a. aufgrund erhöhten Flächenbedarfs, die Firma nach Mecklenburg-Vorpommern umzuziehen. Auf der brachliegenden Fläche entstand daraufhin als Zwischennutzung der Kunstpark Ost.
Wo früher Knödel produziert wurden, entsteht heute auf dem 39 Hektar großen Gelände das sogenannte Werksviertel. Nicht nur Münchens neuer Konzertsaal, sondern auch rund 1.150 Wohnungen werden hier gebaut und über 7.000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Ziel des Werksviertels dabei: Gentrifizierung zu vermeiden und Urbanität eine neue Definition zu geben. Was dies dann in der Realität bedeutet, wird jeder in einigen Jahren selbst sehen können. Als Vorbild des nachhaltig geplanten Viertels gilt der Meatpacking District in New York. Nach der gelungenen Exkursion machte sich die Gruppe wieder auf den Weg zum Hauptbahnhof, um vor Abendessenszeit noch zu Hause anzukommen.

Text: Ilayda Karakus, Q12
Fotos: Veronika Glaser

Kriechbaumhof Homepage

Stadtmauerreste Homepage

Werksviertel Hompage

Drucken