Von Sonnenstürmen, Pizza auf dem Merkur und Skifahren auf dem höchsten Berg des Sonnensystems

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An zwei Freitagnachmittagen im November durften die Klassen 5a, 5b, 5c und 5f eine geographische Exkursion nach Ottobeuren zur Allgäuer Volkssternwarte unternehmen.
Nachdem sie die ersten Geographiestunden ihres Lebens erfolgreich hinter sich gebracht hatten und schon Grundkenntnisse über den Planet Erde und unser Sonnensystem erworben hatten, konnten die Schülerinnen und Schüler an diesen beiden Nachmittagen ihr Wissen vertiefen und Neues hinzulernen.


Im Bus ging es nach Ottobeuren, wo zunächst eine Führung in der sehr sehenswerten Ottobeurer Basilika auf dem Programm stand. Ganz nach dem Motto: Wenn man schon mal ins Unterallgäu kommt, dann nimmt man mit, was geht!
Danach ging es zur Sternwarte, wo die Klassen von Herrn Wolfgang Forth und einem Kollegen begrüßt wurden. Die Vorfreude war groß und die Kinder wurden nicht enttäuscht. In einem ausführlichen Vortrag wurden ihnen alle Planeten des Sonnensystems vorgestellt, und spektakuläre Aufnahmen der Planeten, aber auch von Asteroiden, der Milchstraße und anderen Galaxien versetzten alle in Staunen und Begeisterung.
Wie groß ist eigentlich die Sonne? Wie heiß ist sie? Wie heiß wird es auf dem Merkur, dem Planeten, der der Sonne am nächsten ist? Warum ist Leben auf der Venus nicht möglich? Warum ist der Mars rot und die Erde blau? Aus was bestehen die Ringe des Saturns? Warum heißt der Neptun Neptun und warum ist er schief? Warum ist Pluto kein Planet mehr? Diese und viele andere Fragen wurden von Herrn Forth geduldig und kompetent beantwortet.
Bilder von Sonnenstürmen, größer als die Erde selbst, riefen „Ahs“ und „Ohs“ hervor. Dass die Sonne auf ihrer Oberfläche eine Temperatur von ca. 5000°C hat wussten viele, doch nicht, dass auf dem Merkur die beleuchtete Seite 427°C heiß und die unbeleuchtete -173°C kalt ist. Das ist der perfekte „Pizzaplanet“, stellte Herr Forth fest, denn man könnte, wie er meinte, Pizza auf der kalten Seite gut tiefgekühlt aufbewahren und müsste sie dann nur in 30 Sekunden auf der heißen Seite backen. Klar – ein Holzofen beim Italiener hat ja auch in etwa diese Temperatur! 
Neu war den Kindern auch, dass es auf der Venus mehr als 400°C warm ist, da sie eine Atmosphäre hat und dass der Regen dort säurehaltig ist. Wie ungemütlich! Die Klassen erfuhren, dass der Mars einfach verrostet ist und dass der höchste Berg dieses Planeten „Mons Olympus“ dreimal so hoch ist wie der Mount Everest. Wolfgang Forth schlug vor, dort in der Zukunft ein Skigebiet einzurichten, denn dann könnte man „einfach mal 300km abfahren“, was die Kinder sehr amüsierte. Auf die Frage, warum Neptun, der so heißt, weil er blau ist, umgekippt durchs All fliegt, wusste nicht einmal Herr Forth keine Antwort, diese Frage ist aber auch bis heute ungeklärt. Der arme Pluto wurde schon zum Zwergplaneten degradiert, bevor er vom Satelliten New Horizons besucht wurde. Dennoch war der Flug aufschlussreich, denn am Rande des Sonnensystems, wie die Wissenschaftler nun wissen, „schwirren“ ganz viele ähnliche Zwergplaneten herum.
Die Überlegung wie viele Galaxien es womöglich gibt und die Tatsache, dass sich das Weltall ausdehnt, war nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für die begleitenden Lehrkräfte schwer vorstellbar. So dass am Ende der Gedanke, wie einzigartig unser Planet Erde ist und dass wir Menschen gut auf ihn achten müssen, für alle ein schöner Abschluss des Vortrages war.
Danach ging es noch in das Herzstück der Sternwarte, den Bereich unter dem Dach, wo sich das große Teleskop befindet. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen konnte an keinem der Abende das Dach geöffnet werden, aber einfach mal „durchgucken“ und die Funktionsweise und Geschichte des Teleskopes zu erfahren war auch spannend. Um 18 Uhr war damit die Exkursion für die Klassen zu Ende, und müde, etwas aufgeregt, aber auch mit viel neuem Wissen, über das sich im Bus noch fleißig ausgetauscht wurde, ging es zurück nach Kempten.
Und hier noch ein Hinweis für alle Eltern: Ein Bild von Polarlichtern weckte in vielen Kindern den Wunsch, diese einmal zu sehen. Daher mein Tipp: Buchen Sie für den nächsten Urlaub keine Reise in den Süden, sondern lieber nach Norwegen! Sie machen Ihre Kinder glücklich!

Text und Fotos: M. Nesges

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