Konzert der Hilde-Bigband - bigBOX 2018

2 - Band MO

Am Samstag, dem 13.01.2018, konnte man ein besonderes musikalisches Ereignis in der BigBOX Kempten erleben: den Auftritt der Hilde-Bigband. Die Erinnerungen an die BIG MOMENTS OF MUSIC dieses Konzerts werden noch lange in den Ohren der Zuhörer und Musiker nachklingen. In vieler Hinsicht wurden Spitzenleistungen erbracht.

Die breite Basis des Konzert-Fundaments waren die auf die Band abgestimmten Arrangements der Stücke aus den Musikgenres Musical, Filmmusik, Evergreens, Gospel, Dixie, Tanzmusik, Schlager, Rock und Blasmusik.

Dass dieses Fundament standhalten würde bei der Mannigfaltigkeit der verschiedenen Instrumente, bei den Niveau-Unterschieden des musikalischen Könnens, bei der Spanne der Altersstufen und bei der Vielzahl der individuellen Charaktere, versteht sich nicht von selbst. Die musikalische und pädagogische Erfahrung von Tobias Berlinger, dem Leiter und Dirigenten der Hilde-Bigband, machte, verbunden mit unbeirrbarer Zielstrebigkeit, eine Einheit aus den Bausteinen der Pyramide. Deutlich hörbar gaben die 196 Musiker auf der Bühne ihr Bestes, das sich zu einem mitreißenden sinfonischen Zusammenspiel vereinte. 3 - Gesang MO

Ja, es war sogar ein vokalsinfonisches Konzert, da auch der Große Chor des Hildegardis-Gymnasiums unter der Leitung von Dominik Lidl und Solo-Gesangspartien unter der Leitung von Sabrina Tiedke, Gesangsdozentin, mit dabei waren. Die Sängerinnen boten dem Publikum tänzerische Interpretationen, bei denen man ihre Freude am Singen hören konnte.

Der Funke sprang gleich zu Beginn des Konzerts von der Bühne auf die Zuschauerränge über, sichtbar daran, dass sich unmittelbar nach der charmanten Einladung von Bettina Ahne, der Moderatorin des Konzerts, Zuschauer zum Tanz zu Johann Strauß' „Emperor Waltz" von ihren Plätzen erhoben. Spätestens am Schluss des Konzerts waren wirklich alle Fans in Bewegung. Es gab Standing Ovations für die Band, die sich nach zwei Zugaben von den 2500 Zuschauern geradezu losreißen musste. Das spontane, begeisterungsfähige Publikum durfte nach offiziellem Konzertende noch ein rockiges Queen-Medley hören und mit dem gefühl- und hoffnungsvollen Lied „Heal The World" im Ohr, das der Große Chor wirkungsvoll mitgestaltete, nach Hause gehen.
Bettina Ahne, die professionell für den Bayerischen Rundfunk arbeitet, gelang es, mit bodenständigem Allgäuer Humor eine ungezwungene und fröhliche Atmosphäre zu schaffen.

So bekamen auch die von Christian Dorn und Andreas Müller-Tolk angeleiteten Turner der Akrobatikgruppe des Hildegardis-Gymnasiums sehr großen Applaus: Einer dynamisch-unterhaltsamen Zirkusdarbietung gleich, schwangen sie sich bei dem Stück „Italo Pop Classic's" zu einer beeindruckenden Menschenpyramide auf, die in sportlich-künstlerischer Manier auch so manche musikalische Spitzenleistung symbolisierte.

4 - Pyramide MO
Nun zu eben diesen musikalischen Höhepunkten des Konzerts, die ebenfalls Professionalität und Lockerheit vereinten.

Auch wenn das pathetische Stück „Highland Cathedral", das in der Geschichte Schottlands schon als Nationalhymne vorgeschlagen worden war, und die Marschmusik von „Great Movie Marches" im Konzertprogramm nicht aufeinanderfolgten, hatten sie doch etwas gemeinsam. Allerdings ganz und gar nicht, was man denken könnte, etwa Politisches, nein die „Pfeifer": Die getragene Melodie von „Highland Cathedral" wurde von unserem Bagpiper Jan Schilling gekonnt am Dudelsack zelebriert und die Melodie des „River Kwai March" von der Band fröhlich und taktvoll mitgepfiffen.

Eingeschoben sei hier die Bemerkung, dass auch der Einstieg des Konzerts sehr pfiffig war. In einem Video konnte man die zwei jüngsten Bigband-Mitglieder in rasanter Fahrt direkt aus der Schule in die bigBox fahren sehen, als sich plötzlich die Türen der Galerie öffneten und die beiden in persona die Treppen herunterkamen, um das Konzert zu eröffnen.

1 - Begrüßung MO

Außer dem Dudelsack kamen in dem abwechslungsreichen Konzertprogramm der Hilde-Bigband weitere Instrumente solistisch zur Geltung.

Bei der Gemeinschaftsperformance der Perkussionisten zu „Starwars", die sich direkt an das professionelle Schlagzeugsolo von Kevin Richter anschloss, hatte man, durch auffordernde Trommelschläge eingetaktet, das Gefühl, direkt in den „Krieg der Sterne" verwickelt zu werden. Eine Vielzahl von Schlegeln wirbelte in gleichzeitig klarer Abfolge sowohl synchron als auch abwechselnd durch die Luft.

Das versöhnliche „Baba Yetu", das Vaterunser auf suahelisch, wurde durch die Passagen des Großen Chors episch in Szene gesetzt, wobei gleichzeitig einzelne Register konzertant hervortraten und sich verschiedene Phrasen zuspielten.

Fetzig hingegen drehten sich bei „Rock Around The Clock" die Zeiger auf der Leinwandpräsentation sowie auf der Bühne, als sich das Aufgebot von sage und schreibe 26 Trompeten erhob und als David Fleschutz seine E-Gitarre im Alleingang rockte.

Atemberaubend für die Zuhörer und atemraubend für den Solo-Saxophonisten Ben Beucker war das Stück „Yakety Sax", das, insgesamt an Geschwindigkeit zunehmend, in einem rasanten Tempo und einem pointierten Schlusston gipfelte.

Die Höhen der Blasmusik wurden von einer ganzen Familie erklommen: Ralph, Christopher und ihr Vater André Bauer, ließen im Blasmusik-Block Peter Schads solistische Polka "Junge Tenöre" mit ihren Tenorhörnern und dem Bariton erklingen und versetzten dabei das Publikum in die idyllische Welt der Berge.

Das ganze Konzert wurde von Anfang an von Präsentationen des Projekt-Seminars „Hilde-Bigband" mit Fotos aus der Geschichte sowie der Organisationsstruktur der Hilde-Bigband und von selbst erstellten, ansprechenden Computeranimationen zu einzelnen Liedern optisch hervorragend ergänzt.

5 - Showtechnik MO
Nach dem langen dreistündigen Konzertabend, als die Show für Zuhörer und Musiker vorbei war, ging die der Showtechniker und -technikerinnen noch lange weiter - so lange, bis um 3.00 Uhr am nächsten Morgen die 22 Tonnen Technik, die für Band, Licht und Ton aufgebaut worden waren, wieder ordentlich verräumt waren.

Bei allen an diesem intensiven Gemeinschaftsprojekt Beteiligten sollte es noch ein paar Tage dauern, bis sich die ganze Anspannung gelöst hatte. Die Hilde-Bigband kann nun in der Tat sehr zufrieden auf die ereignis- und erfolgreichen Tage zurückblicken, welche sie nur noch fester zusammengeschweißt und für neue Projekte stark gemacht haben.

FOTOS: Register Fotografie
TEXT: Nele Isop (10b) und C. Haas

 

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