Ferienseminar 2016 mit Madlyn Senkyr, Q12

Eine Woche unter Gleichgesinnten - das versprach das „Ferienseminar für besonders begabte und vielseitig interessierte Gymnasiasten“, welches in diesem Jahr vom 24. Juli bis zum 29. Juli in Reimlingen, in der Nähe von Nördlingen, stattfand. Auf Empfehlung des „Hilde“ durfte ich diese Woche mit anderen ausgewählten Jahrgangstufenbesten der 11. Klassen der Gymnasien aus ganz Schwaben verbringen.

Madlyn 1Untergebracht wurden wir im Tagungshaus Reimlingen, ca. 2 Fahrstunden von Kempten entfernt.

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Kaum waren wir eingetroffen, ging es auch schon mit dem ersten Programmpunkt los: Unserer Vorstellung.

Anhand eines Gegenstands oder Zitats sollten wir uns fünf bis zehn Minuten lang vorstellen. So war es viel leichter, sich die Namen der übrigen auf Anhieb zu merken. Am Nachmittag begannen wir ein Kunstprojekt, bei dem wir lernten, auf was man achten muss, wenn man ein Portrait zeichnen will. Abends gab es ein gemeinsames Chorsingen sowie Abenteuer- und Kooperationsspiele, die für den sportlichen Ausklang des Tages sorgten.

Unser erster vollständiger Tag bestand aus drei unterschiedlichen Vorträgen, u. a. über die Strafverfolgung von NS-Standrichtern im Zeitraum von 1945 bis 1955. Dr. Herbert Veh, Präsident des Landgerichts Augsburg, war extra für den Vortrag angereist. Er berichtete uns unter anderem auch von Einzelschicksalen bestimmter Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus. Im nächsten Vortrag von Prof. Dr. Manfred Broy von der TU München ging es um Digitalisierung und ihre Folgen. Themen waren zum Beispiel das „Smart Home“ oder die vernetzten, autonom fahrenden, Autos. Schließlich gab uns Thomas Müller, leitender Stützpunkttrainer der Nordischen Kombination sowie Landesverbandstrainer der NK, interessante Einblicke in den Trainerberuf. Abends konnte man wählen, ob man gerne am Kunstprojekt arbeiten, singen oder sich sportlich betätigen wollte.

Am Dienstag kam Markus Ferber, Mitglied des Europäischen Parlaments und Bezirksvorsitzender von Schwaben, zu uns. Mit ihm diskutierten wir mehrere Stunden lang über ein riesiges Themenspektrum von Finanzkrise, über Brexit bis zum Syrien-Konflikt. Er erzählte uns aber auch einiges über das Alltagsleben eines Politikers und wie man es schafft, in das EU-Parlament zu kommen. Nach dem Mittagessen fuhren wir in die Stadt Nördlingen und nahmen an einer Führung durch das Rieskratermuseum teil. Vor ungefähr 15 Mio. Jahren schlug ein Asteroid dort ein, wo sich jetzt Nördlingen und die drum herum liegenden Ortschaften befinden. Der Rand des Kraters ist immer noch gut zu erkennen, wie wir  gesehen haben, als wir durch das Erlebnis-GeotopLindle gewandert sind.

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Abends erfuhren wir noch genaueres zum Max-Weber-Programm, dem Förderangebot für besonders gute Schüler an Gymnasien in Bayern, die ein Stipendium für ein Studium an einer bayerischen Hochschule oder Universität bekommen möchten.

Am Mittwoch war zunächst der Architekt Dipl. Ing. Klaus Noichl aus Oberstdorf im Tagungshaus, um uns zu zeigen, wie man Gebäude in den Alpen am geschicktesten baut. U. a. entstanden einige der Bergbahnen in bekannten Skigebieten in seinem Architekturbüro. Am Nachmittag ging es noch einmal nach Nördlingen, diesmal aber nicht mit dem Bus, sondern 4 km zu Fuß. Angekommen in Nördlingen, umrundeten wir die Stadt auf der fast kreisförmigen Stadtmauer. Anschließend gönnte sich jeder kurz ein Eis, bevor es dann noch einmal hinauf auf den „Daniel“, den Glockenturm im Zentrum der Stadt, ging.

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Am Donnerstag hörten wir einen interessanten Vortrag über Digitalisierung und Industrie 4.0. Nach dem Mittagessen war der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Schwaben, Herr Kempf, bei uns. Er berichtete uns von seinen Aufgaben, und anschließend gab es eine Diskussions- und Fragerunde, bei der es vor allem um das Thema G8 bzw. Wiedereinführung des G9 ging. Nach einer kleinen Kaffeepause wurde er abgelöst durch einen Privatdozenten der Universität in Augsburg, Herrn Dr. Stefan Thalhammer, der einen sehr interessanten Vortrag über Nanotechnologie hielt.

Der Abend wurde von uns selbst gestaltet. Zuerst ließen wir unsere betreuenden Lehrkräfte Portraits und „Fun-Facts“ von jeder Person zuordnen. Danach gingen wir in die Turnhalle, tanzten Hip-Hop, Rock ’n’ Roll und Cha-Cha-Cha. Anschließend gab es noch eine Fackelwanderung, da nur wenige Meter vom Tagungshaus entfernt ein Wald war. Zum Schluss – wieder angekommen in unserer Unterkunft – sangen wir gemeinsam noch ein selbst verfasstes Chorlied, quasi als Dankeschön für unsere Betreuer. Obwohl der offizielle Teil des Abends zu Ende war, saßen wir noch viele Stunden gemütlich beieinander.

Am letzten Tag erhielten wir unsere Teilnahmeurkunden und verabschiedeten uns von unseren Betreuern und neu gewonnen Freunden.

Madlyn Senkyr, Q12

Wer noch mehr über dieses Angebot der Begabtenförderung erfahren möchte, kann mal hier klicken.

 

 

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