Europäische Talent Akademie 2016 mit Annabell Bernsmann, Q12

Verfasst von Begabtenförderung. Veröffentlicht in Begabtenförderung

Als eine der insgesamt 60 Teilnehmer der Europäischen Talent Akademie in Lindau habe ich, wie sicher fast alle, vieles von meiner Sommerferienzeit zu erzählen. Aber nicht etwa wie lange ich in der Sonne am Strand gelegen bin oder in welcher weit entfernten Stadt ich die eine besondere Sehenswürdigkeit, die auf der ganzen Welt bekannt ist, angeschaut habe...

Lindau Annabell2 ... nein! Ich habe die ersten zwei Wochen meiner Sommerferien in Lindau verbracht: in der Schule!

Genauer gesagt, im Bodensee-Gymnasium (Bo-Gy). Nicht gerade das, was man sich unter einem entspannten Ferienbeginn mit bis um 13 Uhr im Bett liegen bleiben vorstellt.
Denn ein normaler Akademietag begann mit dem Frühstück um 7.30 Uhr in der Deutschen Jugendherberge (DJH) in Lindau. Um spätestens 9.00 Uhr musste man dann im Bo-Gy zum alltäglichen Plenum anwesend sein. Dazu musste man den 15-minütigen Fußmarsch von der DJH aus einplanen. Im Plenum wurde ein kurzer Überblick über den Tagesablauf von der Akademieleitung Frau Dr. Birgit Geiselbrechtinger von der Fraunhofer-Gesellschaft gegeben und die Arbeit in den Kursen durch jeweils ein paar der Kursteilnehmer vorgestellt. Nach dem Plenum ging jeder in seinen Kursraum, um im Kurs zu arbeiten. In meinem Fall in den Physiksaal der Schule, da ich am Smartphone-Kurs („Vom Regenbogen zum Smartphone-Wie kommen Farben in unsere Welt?“) teilnahm. Insgesamt gab es fünf verschiedene Kurse, die sich mit ganz unterschiedlichen Themen befassten. So gab es einen Philosophie Kurs, einen Fotografie Kurs, einen Entropie, und einen Wasser Kurs, der sich mit den Lebensformen im Bodensee auseinandersetzte. Von
9.15 Uhr an wurde mit einer halbstündigen Unterbrechung für eine Pause bis 12.30 Uhr durchgearbeitet, um dann im Bo-Gy zu Mittag zu essen. Weiter ging es dann von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr mit Arbeit in den Kursen. Danach folgte wiederum eine Pause von 30 Minuten und anschließend begannen die Kursübergreifenden Angeboten (KüAs), also Chor oder Tanz. Für mich hieß es dann zwei Stunden lang unter der Leitung von Katja Rothfuss und Andreas Reith zu singen. Obwohl wir nicht die ganze Zeit nur sangen, sondern vor allem auf unsere Haltung achten mussten. Abendessen gab es dann wieder in der Jugendherberge. Wer jetzt denkt, der Tag wäre dann vorbei, hat sich getäuscht. Denn um 20.00 Uhr musste man schon wieder im Bo-Gy bereit stehen für die nächsten eineinhalb Stunden KüA. Wenn nicht überzogen wurde, war der Tag dann um halb zehn zu Ende und man hatte Freizeit, die die meisten mit Zusammensitzen in der Jugendherberge verbrachten. So lief so gut wie jeder Tag in den zwei Wochen ab, mit Ausnahme von dem Tag, an dem wir abends zum Grillen am Bodensee von einem unserer Dozenten eingeladen wurden, oder am Sonntag, an dem wir keine Arbeit in den Kursen hatten, dafür aber Freizeit und/oder Kreativarbeit und natürlich am Freitag, an dem wir ein Europaplanspiel durchführten und dabei eine Gesetzesgebung simulierten und abends auf dem Bodensee eine Schifffahrt unternahmen.

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Stellt sich die Frage, was ich in meinem Kurs in 38(!) Stunden Kursarbeit in den zwei Wochen alles so gemacht habe. Nun ja, angefangen haben wir damit, voll funktionsfähige iPhones auseinander zu bauen und die Funktionsweise von Display und Kamera zu recherchieren. Außerdem haben wir mit Programmen wie Sage, Geogebra und RSpec gearbeitet. Geogebra kennen sicher viele von Euch aus dem Mathematikunterricht, als Funktionsplotter, aber wir haben damit die Beziehung von Brennweite und Gegenstandsgröße dargestellt oder wie die Vergrößerung mithilfe von zwei Linsen aussieht und funktioniert. Wir hatten mehrere Projekte, die wir in den zwei Wochen abgeschlossen haben. Ein Spektrometer, mit dem man die Spektrallinien sehen, davon ein Foto mit dem Smartphone machen und dieses dann mit RSpec auswerten kann, hat nun jeder aus unserem Kurs zu Hause liegen, und kann stolz erzählen, dass er es selbst gebaut hat.
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Außerdem noch ein selbstgebautes Mikroskop, das mittels Smartphone genutzt werden kann. So habe ich ganz viele Bilder von mikroskopierten Dingen auf meinem Handy.

Als letztes Projekt habe wir einen 3D-Film selber gedreht, der wirklich gut geworden ist. Die letzten 2 Tage verbrachten wir damit, uns einen Sketch für unseren Abschlussabend vor Publikum zu überlegen und zu proben, was ziemlich stressig geworden ist, sich aber im Endeffekt wirklich gelohnt hat. Die zwei Wochen waren sehr schön, vor allem die Verbindung zwischen wissenschaftlichem Arbeiten und kreativen Dingen, wie Tanz oder Chor, gestalteten diese Tage sehr abwechslungsreich. Ich denke, fast jeder von uns kann nun Kartenspielen oder ein paar Tricks mit dem Diabolo, da man in den Pausen mit den anderen viel Zeit verbracht hat und es immer jemanden gab, der Karten dabei hatte oder der einem einen neuen Trick beigebracht hat. Das Schöne ist, dass wir ganz viele neue Kontakte geknüpft und Freundschaften geschlossen haben, die hoffentlich lange andauern werden. Leider leben wir alle an ziemlich weit auseinanderliegenden Orten, was wirklich sehr schade ist.

Mein Dank geht an Frau Dr. Birgit Geiselbrechtinger, die diese Akademie geleitet und organisiert hat. An Katja Rothfuss und Andreas Reith, die den Chor geleitet haben. An Franziska Heinzel Lichtwark und Gunther Henne, die die Tanzgruppe geleitet und die Bewegungseinheiten durchgeführt haben und natürlich an Fabian Bernstein und Dr. Tom Oates, der extra aus Australien angereist kam, meine beiden Kursleiter, die uns wirklich viel Tolles gezeigt haben. Abschließend lässt sich sagen, dass diese zwei Wochen zwar echt anstrengend und zum Ende hin auch stressig waren, aber sich wirklich gelohnt haben und ich es nicht bereue an der Akademie teilgenommen zu haben.

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Danke auch an Frau Brack, die mich bei der Fraunhofer-Gesellschaft vorgeschlagen hat und ich mich damit an der Akademie bewerben konnte und natürlich
danke an die Fraunhofer-Gesellschaft, die diese zwei Wochen möglich gemacht hat!
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Annabell Bernsmann 

PS: Wer sich noch genauer über dieses Angebot der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung hochbegabter Schülerinnen und Schüler informieren möchte, kann das hier tun.

 

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