Einwandern in die USA?

Bericht über den Vortrag von Juan Carlos Pámanes zur Einwanderung sogenanter "Latinos" in die USA

k Inmigración EEUU Marsch zur Grenze  

k tren de las moscas

Am Mittwoch den 19.12.2018 hatten wir, der Spanisch-Kurs von Herrn Beucker, das Glück, einen Vortrag über die Situation der mittelamerikanischen Migranten in Mexiko zu hören, die in die USA einwandern möchten. Juan Carlos Pámanes, ein mexikanischer Freund von Herrn Beucker, hat sich extra für uns intensiv mit dem Thema beschäftigt und uns somit alles Wichtige dazu erklären können. Herr Pámanes lebte selbst für vier Jahre in Deutschland, ist jedoch 2014 wieder in sein Heimatland zurückgekehrt und besucht viermal im Jahr seine Frau und seinen Sohn, die in Marktoberdorf wohnen.

Am Anfang des Vortrages erklärte er uns, dass es weltweit die unterschiedlichsten Formen von Migration gibt, die in manchen Ländern oder Regionen ein zentrales Problem darstellen, so zum Beispiel auch an der Grenze zwischen Mexiko und den USA. Sehr viele Mittelamerikaner machen sich auf die lebensgefährliche Reise in die USA. Ihr Ziel und Antrieb ist der Wunsch, den sogenannten „Amerikanischen Traum“ zu realisieren und in den USA ein besseres Leben, als in ihrer Heimat, führen zu können. Herr Pámanes erzählte uns an dieser Stelle von einem Freund, der diesen Traum lebt. Er ging in die USA und baute sich dort sein eigenes Restaurant auf.

Allerdings klappt dies lange nicht bei allen, denn es müssen auf dem Weg nach Amerika extrem lebensgefährliche Hürden überwunden werden. Viele Migranten fahren auf den Dächern von Güterzügen mit, den sogenannten „Trenes de moscas“. Dabei fallen oftmals Menschen vom Zug und sterben oder sie werden schwer verletzt. Eine weitere Möglichkeit ist, sich auf den Weg durch die Wüste mit der Hilfe eines „Coyoten“, beziehungsweise Schmugglers zu machen. Auch hierbei sterben sehr viele, da sie entweder verdursten, überfallen oder von den Schmugglern alleine gelassen werden. Insgesamt kommen nur 3 von 100 Migranten in den USA an. Weitere Probleme sind natürlich auch die Mauer an der Grenze zu den USA, oder die Polizei, die illegale Migranten festnimmt und abschiebt. An der Mauer passiert es auch oft, dass Kinder von ihren Familien getrennt und in Käfige gesperrt werden. Man weiß nicht, was dann mit ihnen passiert. 

Doch auch diejenigen, die ihr Ziel erreicht haben, können den Amerikanischen Traum, wie uns Herr Pámanes erklärte, meistens nicht leben. Die illegalen Migranten müssen Jobs annehmen, die die Amerikaner nicht wollen und müssen zum Beispiel bei extrem schlechten Bedingungen und Gehältern, die unter dem Mindestlohn liegen, stundenlang auf Plantagen arbeiten. Außerdem führt die gesamte Situation in den USA zu teils schweren Konflikten, denn es gibt viele Amerikaner, die gegen die Einwanderung von Mexikanern bzw. Mittelamerikanern sind aber genauso viele, die nichts gegen Mexikaner/Mittelamerikaner haben. 

Allerdings haben die Migranten sogar einen Einfluss auf die Kultur der USA, wie uns Herr Pámanes zeigte. Es gibt beispielsweise bestimmte Filme oder Serien wie zum Beispiel „Modern family“ oder „A day without a mexican“, die genau auf das Miteinander zwischen Mexikanern und Amerikanern anspielen.

Herr Pámanes persönlich wünscht sich Integration und eine gemeinsame Gesellschaft, insbesondere für seinen Sohn, der ja als Kind einer deutschen Mutter und eines mexikanischen Vaters in Deutschland lebt.

Insgesamt gab uns Juan Carlos Pámanes einen sehr guten Überblick über die Probleme, welche die Migration mit sich bringt, die Auswirkungen auf die mexikanische Wirtschaft, mögliche Wege in die USA und auch über die Auswirkungen und Probleme in den USA, sodass wir alles genau verstanden haben. Der gesamte Vortrag war sehr informativ und interessant gestaltet, da wir genügend Möglichkeiten hatten Fragen zu stellen, Herr Pámanes viele aufschlussreiche Statistiken verwendete, selbst Fragen stellte und zum Beispiel ein, zum Thema passendes, Lied abspielte, wobei wir die fehlenden Wörter im Text ausfüllen mussten.

Wir möchten uns sehr herzlich bei Herrn Pámanes bedanken, der sich für uns die Zeit genommen hat, diesen interessanten Vortrag vorzubereiten und vorzutragen und natürlich bei Herrn Beucker, der alles organisiert hat.

Lea Illerhaus, Q12

 

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