Hauptstadtfieber – Fünf Tage, die wir nie vergessen werden

Vom 23. bis 27. Februar 2026 besuchten die fünf 10. Klassen wieder die Hauptstadt Berlin. Das umfangreiche Programm kann hier aus Platzgründen nicht wiedergegeben werden – der folgende Bericht einer Teilnehmerin gibt aber spannende Impressionen wieder:

Am Morgen des 23. Februar 2026 liegt eine aufgeregte Stimmung in der Luft. Gleich geht es los in die große Hauptstadt: Berlin. Als der Bus schließlich losfährt, sind wir voller Vorfreude auf die nächsten fünf Tage.

Wir machen einen Zwischenstopp in Mödlareuth. Dies ist ein kleines Dorf an der Bayerisch-Thüringischen Grenze. 41 Jahre lang verlief hier die innerdeutsche Grenze mitten durch das Dorf. Ein Teil der Mauer steht heute immer noch und ist zusammen mit dem angrenzenden Museum für Besucher zugänglich. Erst wirkt alles ruhig, fast unscheinbar – ein Dorf wie jedes andere. Doch je länger man dort steht, desto mehr spürt man die Schwere der Geschichte. Die Mauer wirkt nicht nur wie Beton, sie verkörpert das Leid, das sie gebracht hat. Es fühlt sich schlimm an, nachdem wir die Geschichten von Familien kennen gelernt haben, die auseinandergerissen wurden, und von Fluchtversuchen auf die andere Seite des Dorfes. Dass ein paar Meter über Leben entschieden haben, und diese Grenze das ganz alltägliche Leben zerstört hat. Dieses Gefühl bleibt, auch als wir weiterfahren.

Als wir in Berlin selbst eintreffen, sind wir wie erschlagen. Alles ist laut, bunt, schnell – und gleichzeitig fühlt es sich aufregend an. Überall Gerüche von Essen, Stimmen in verschiedenen Sprachen, Lichter, Bewegung. Man fühlt sich überrumpelt von all den Sinneseindrücken und der Vielfalt der Großstadt, aber auch irgendwie lebendig.

Am nächsten Tag stehen wir zwischen den grauen Stelen des Holocaust-Denkmals. Von außen sieht alles noch geordnet aus, doch je weiter man hineingeht, desto enger wird es. Die Geräusche der Stadt verschwinden, es wird still, fast beklemmend. Es ist ein Ort an dem man sich fühlen soll wie die Juden im Nationalsozialismus, was sehr eindrücklich rüberkommt.

 

Später, beim Blick auf das Brandenburger Tor und den Bundestag, mischt sich Staunen mit einem gewissen Respekt. Diese Orte kennt man aus Bildern, Nachrichten oder Filmen, aber in echt wirken sie größer und bedeutender. Kurz darauf zeigt uns die Begegnung der ehemaligen Obdachlosen Petra Elten, die heroinabhängig jahrenlang auf der Straße lebte, eine ganz andere Seite der Stadt. Ihre Geschichte beeindruckt uns sehr – weil sie uns ihre persönliche Geschichte zu bestimmten Teilen der Stadt erzählt, und wir diese jetzt mit ganz anderen Augen sehen.

Der Besuch in Hohenschönhausen, dem ehemaligen Stasi-Gefängnis, ist sehr beeindruckend und erschreckend zugleich. Die Räume sind kalt, die Geschichte der Häftlinge wird uns hautnah erzählt und es ist erschreckend, wie weit das Informationsnetz des DDR-Geheimdienstes gespannt war. Während wir durch die Gänge gehen, entsteht ein mulmiges Gefühl, das man nicht abschütteln kann. Besonders die Erzählungen unserer Führein machen alles greifbar – plötzlich ist Geschichte der zweiten deutschen Diktatur nicht mehr weit weg, sondern direkt vor einem.

Ein ganz anderer Eindruck bleibt von den Berliner Unterwelten, Dunkelheit, enge Räume, kühle Luft – und gleichzeitig diese Spannung, die die beiden Führer im ehemaligen Luftschutz- und Atomschutzbunker aufbauen. Man hört zu, stellt sich vor, wie Menschen hier Schutz gesucht haben. Die Zeit scheint für einen Moment stillzustehen und uns werden sehr interessante Geschichten erzählt, die man sonst nie vermutet hätte, die aber viel mit dem jetzig täglichen Leben in Verbindung stehen.

Und dann gibt es auch die unbeschwerten Momente in unserer freien Zeit: das Umherschlendern am freien Nachmittag, das Gefühl, sich einfach treiben zu lassen. Lachen, spontane Entscheidungen, ein leckerer Döner, dieses Zusammensein in einer fremden Stadt und diese zu erkunden, macht einfach total viel Spaß.

Ein weiterer toller Programmpunkt sind die Abendveranstaltungen. Es gibt eine große Auswahl, somit ist für jeden etwas dabei. Der letzte Abend in der Schülerdisco „Matrix“ fühlt sich fast unwirklich an, weil die Zeit so schnell vergangen ist.

Als wir schließlich wieder im Bus sitzen, ist alles anders als auf der Hinfahrt. Wir verarbeiten alle die tollen Bilder und Eindrücke. Die Berlinfahrt war ein wirklich tolles Erlebnis, auch wenn es sich viel zu kurz angefühlt hat.

Anne Billich, 10a

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