SIND GÖTTER NUR MENSCHEN MIT MACHT? – Wissenschaftswoche in Latein 2025
LATEIN_WIWO 2025_Götter vs. Menschen_Arachne-Plakat
Die Wissenschaftswoche ist für alle Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen verpflichtend. In dieser Woche arbeitet man in Gruppen zu dritt oder viert an einer These, verfasst ein wissenschaftliches Paper, gestaltet ein Plakat und präsentiert die Ergebnisse am Ende der Woche. In diesem Jahr war das Rahmenthema der Wissenschaftswoche „Gegensätze“.
Wir haben uns als Vierergruppe für das Fach Latein entschieden und uns dort mit dem Thema „Menschen und Götter“ beschäftigt. Aus drei möglichen Fragestellungen wählten wir die These:
„Götter sind nur der Spiegel menschlicher Eigenschaften, Ängste und Machtansprüche sowie Ausdruck menschlicher Hybris – der Arachne-Mythos in Ovids Metamorphosen.“
Wir entschieden uns für diese These, weil wir es spannend fanden, herauszufinden, ob die Götter in antiken Mythen wirklich so überlegen sind, wie man oft denkt.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit stand der Arachne-Mythos aus Ovids Metamorphosen. Dabei ging es nicht nur darum, den Text zu verstehen, sondern ihn genauer zu analysieren. Wir untersuchten, wie menschlich die Götter bei Ovid dargestellt werden und ob sich ihr Verhalten, von dem der Menschen unterscheidet. Dafür analysierten wir verschiedene Aspekte unserer These, wie menschliche Eigenschaften, Ängste, Machtansprüche und den Ausdruck menschlicher Hybris, und nutzten aber auch unterschiedliche Deutungsansätze wie den Anthropomorphismus oder psychologische Interpretationen. Unsere Analyse zeigte, dass sich Arachne und die Göttin Athene im Mythos viel ähnlicher sind, als man zunächst erwartet. Beide handeln aus Stolz, verletzter Ehre und dem Wunsch nach Anerkennung. Athene reagiert dabei nicht ruhig oder gerecht, sondern sehr menschlich und nutzt ihre Macht, um Arachne zu bestrafen. Gerade dieser Gegensatz zwischen göttlicher Macht und menschlichen Gefühlen machte das Thema spannend und bestätigte unsere These.
Eine Herausforderung war das wissenschaftliche Arbeiten selbst. Wir mussten zum ersten Mal eine längere Arbeit mit klarer Gliederung, Zitaten und Quellenangaben verfassen. Vor allem das genaue Formulieren, das Kürzen von Texten und das korrekte Zitieren waren ungewohnt.
Gleichzeitig war es eine gute Übung, selbstständig zu arbeiten und Verantwortung für einen eigenen Teil zu übernehmen. In unserer Gruppe hat das sehr gut funktioniert, weil jeder sich mit einem Teil der These beschäftigte, wir die Ergebnisse aber gemeinsam besprochen haben.
Rückblickend war die Wissenschaftswoche zwar anstrengend, aber insgesamt eine gute Erfahrung. Man arbeitet deutlich selbstständiger als im normalen Unterricht, setzt sich intensiv mit einem Thema auseinander, bekommt Feedback und kann am Ende stolz auf das sein, was man gemeinsam erarbeitet hat.
Ankita Anand, Mia Geist, Belinay Aydin, Anja Sinz (alle 11d)



