In drei Vorrunden und einem Finale stellten die Jugendlichen ihr Können zu vier unterschiedlichen gesellschaftlich brisanten Themenstellungen unter Beweis. Im Finale ging es beispielsweise um die Frage, ob die Nutzung Sozialer Medien in Deutschland für alle unter 16 Jahren verboten werden sollte. Dabei überzeugten die Teilnehmenden mit fundierten Argumenten, klarer Sprache und der Fähigkeit, auf die Beiträge der Gegenseite treffend einzugehen. Bewertet wurden Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Auch die Jury kam aus dem Kreis der Schülerinnen und Schüler der drei Teilnehmerschulen und wertete engagiert und objektiv.
Dass Debattieren weit mehr ist als freies Meinungsäußern, wurde während des gesamten Wettbewerbs deutlich. Wer überzeugen wollte, musste Positionen sorgfältig vorbereiten, Informationen kritisch prüfen, Argumente logisch aufbauen und auch unter Zeitdruck schlagfertig reagieren. Gleichzeitig fördert das Format die Fähigkeit, andere Perspektiven ernst zu nehmen, aufmerksam zuzuhören und respektvoll mit gegensätzlichen Auffassungen umzugehen – Kompetenzen, die weit über den Unterricht hinaus von Bedeutung sind.
Vielleicht gerade deshalb, aber auch, weil eigene Mitschülerinnen und Mitschüler auf der Bühne saßen, verfolgten zahlreiche Schülerinnen und Schüler der drei Gymnasien mit großer Aufmerksamkeit die Debatten und sparten nicht am Applaus.
Am Ende setzte sich Sophia Moser für das Carl-von-Linde Gymnasium gegen Julius Krippner, ebenfalls CvL, Melina Höppner vom Allgäu-Gymnasium und Katharina Stoll vom Hildegardis-Gymnasium in der Gesamtwertung durch und durfte den neu gestifteten Wanderpokal mit an die eigene Schule nehmen.
Nach dieser gelungenen Premiere steht bereits fest: „Kempten debattiert“ soll künftig jährlich stattfinden und den Kemptener Gymnasien eine gemeinsame Bühne für sprachliche Stärke, Sachkenntnis und respektvollen Austausch bieten.
Claudia Heinrich





